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500.000 Welpen finden jedes Jahr einen Käufer in Deutschland. Die Gewinnspannen, insbesondere beim Welpenhandel, sind teilweise enorm. Kein Wunder, dass auch zwielichtige Geschäftemacher von diesem Markt angezogen werden.
Sparky, den kleinen Labrador, mussten seine neuen Besitzer nach nur fünf Wochen einschläfern lassen. Er litt an Hirnhautentzündung, Lungenentzündung und Darmparasiten. Gekauft wurde er in der „Welpenstube Winkel“ in Dorsten. Schon kurz darauf folgte der erste Tierarztbesuch. Schnell wurde Sparky Dauerpatient. War er nur ein bedauerlicher Einzelfall?
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Wir begleiten Vertreter des Europäischen Tier- und Naturschutzvereins ETN in die Welpenstube. Inkognito kaufen sie einen Welpen - für fast 500 Euro. ETN-Tierärztin Sarah Quintern begutachtet das Tier: „Also das ist ein Hund, der ohne tierärztliche Behandlung sicherlich überhaupt keine Überlebenschancen hätte und unter Umständen in wenigen Tagen versterben würde. Und selbst jetzt kann man nicht sicher sagen, ob er es schaffen wird.“ Das Untersuchungsergebnis bestätigt den ersten Eindruck der Tierärztin: blutiger Durchfall, Dehydration (Austrocknung), Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung, Darmparasiten, Blutarmut. Nur die sofortige Hilfe des Tierarztes hat dem Welpen das Leben gerettet.
Fast 100 ähnliche Fälle vertritt der Anwalt Peer Oliver Fiesel. Dass die Welpenstube immer noch im Geschäft ist, ist für ihn unverständlich: „Winkel wurde verurteilt wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz in zahlreichen Fällen. Die Staatsanwaltschaft hat nur die Spitze des Eisbergs angeklagt, und das Gericht hat ihn verurteilt. Maßgeblich eben, weil er todkranke Tiere verkauft hat und sich als Züchter geriert hat, was er nicht war.“
Dass die Welpen auch aus Osteuropa stammen, gibt man in der Welpenstube, die inzwischen von Frau Winkel geführt wird, offen zu. Seit der Osterweiterung der EU sind die Grenzen offen und Kontrollen selten. Zum Beispiel in Polen: In Slubice sehen wir, wie die Tiere verramscht werden. Schleuderpreise versprechen den deutschen Aufkäufern große Gewinne. Das Risiko, verhaltensgestörte, nicht geimpfte Tiere zu kaufen, unterschätzen viele Privatkäufer. Unseriöse Großhändler aus Deutschland nehmen es bewusst in Kauf.
Der Kauf von Sparky in der Welpenstube Winkel kam die Familie teuer zu stehen: Tierarztrechnungen von fast 1.200 Euro fielen in den fünf Wochen an, die Sparky noch lebte. Aber das war für die Familie nicht das Schlimmste: „Schlimm ist, dass der Hund nicht mehr da ist. Und dass man gesehen hat, wie er gelitten hat.“
Tipps zum Welpenkauf (Deutscher Tierschutzbund, ETN)
- Auf keinen Fall sollte man einen Welpen aus Mitleid mitnehmen. Das erhöht nur die Nachfrage und sorgt dafür, dass weitere Tiere gequält werden.
- Seriöse Züchter verkaufen nicht mehr als ein bis zwei Rassen und maximal vier Würfe pro Jahr. Also Finger weg von Großhändlern.
- Beobachten Sie das Jungtier, und achten Sie besonders darauf, dass es auch Familienanschluss (ein soziales Umfeld) hat.
- Stellen Sie Fragen nach den Eltern Ihres Welpen. Fragen Sie immer bei einem Zuchtverein nach.
- Ein verantwortungsvoller Züchter wird auch Ihnen viele Fragen zu Ihrer „Hundetauglichkeit“ stellen.
- Kaufen Sie keinen Hund „auf die Schnelle“ - Hundekauf erfordert viel Geduld. Kaum ein seriöser Züchter wird Hunde auf „Vorrat“ haben.
- Seien Sie grundsätzlich misstrauisch - auch die besten Papiere können gefälscht sein.
Im Tierheim suchen Hunde jeden Alters und jeder Rasse ein neues Zuhause. Eigentlich kann da jeder fündig werden und den Hund finden, der zu ihm und seinen Lebensumständen passt. Gegen eine Schutzgebühr von etwa 150 Euro bekommt man dort einen entwurmten, geimpften und kastrierten Hund.
Autoren: Dirk Bitzer, Tanja Hübner
Text/Quelle: WDR.de "markt"
Link: WDR "markt" Sendung vom 22.02.2010 >>>
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