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30.01.2018

Deutscher Tierschutzbund fordert ganzheitlichen Tierschutz von den Koalitionären

„Tierschutz ist mehr als Landwirtschaft“

Deutscher Tierschutzbund fordert ganzheitlichen Tierschutz von den Koalitionären

Nachdem die Sondierer von CDU, CSU und SPD den Bereich Agrarwirtschaft bereits vorverhandelt haben, mahnt der Deutsche Tierschutzbund an, in den Koalitionsverhandlungen andere tierschutzrelevante Themen nicht zu vernachlässigen. Auch in den Bereichen Tierversuche, Tierheimfinanzierung, Heimtierhaltung und Zirkus besteht aus Sicht des Verbandes dringender Handlungsbedarf, den eine zukünftige Regierung nicht außen vor lassen darf.


„Eine große Koalition muss auch im Tierschutz Antworten auf die großen Fragen finden – und dazu gehört nicht allein das Thema der landwirtschaftlichen Tierhaltung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Obwohl die Landwirtschaft viele der gravierendsten Tierschutzprobleme, etwa das Töten von Eintagsküken oder die Manipulation an sogenannten „Nutztieren“, bedingt, sieht der Deutsche Tierschutzbund als Dachverband der Tierschutzvereine auch den praktischen Tierschutz vor Ort auf der Agenda: „Der Staat muss sich endlich seiner Verantwortung stellen, statt sich auf der Opferbereitschaft der ehrenamtlichen Tierschützer in den Vereinen und Tierheimen auszuruhen.“ Schröder weiter: „Eine Bundesregierung, die den Tierschutz ernst nimmt, muss zudem den Tierschutzorganisationen das Verbandsklagerecht einräumen, damit dem Staatsziel Tierschutz nach 16 Jahren endlich Rechnung getragen wird. Und nicht nur angesichts der schrecklichen Bilder von den Affenversuchen der Autoindustrie muss jedem verantwortlichen Politiker klar sein, dass Tierversuche in Deutschland keine Zukunft haben dürfen. Stattdessen müssen Alternativmethoden zum Tierversuch forciert und entsprechend gefördert werden.“ Außerdem sollten aus Sicht des Verbandes dringende Themen, wie die Einführung eines Wildtierverbots in Zirkussen und die Einführung einer Positivliste – für Heimtiere, deren Haltung aus Tier- und Artenschutzsicht unbedenklich ist – angegangen werden.

Tierschutz braucht eigenes Ministerium

Schon während der Sondierungsgespräche hatte der Deutsche Tierschutzbund ein Ministerium gefordert, das den Tierschutz auch im Namen führt. „Die Zeiten, in denen der Tierschutz als Feigenblatt im Landwirtschaftsministerium angesiedelt ist, müssen vorbei sein“, sagt Schröder. „Tierschutz ist Ehrenamt, Tierschutz ist Forschung, Tierschutz ist Umweltschutz, Tierschutz ist Artenschutz. Ein Koalitionsvertrag, der das nicht abbildet, wird nicht die Zustimmung der Tierschützerinnen und Tierschützer finden.“ Bislang bündelt kein Ministerium die dringlichen Themen des Tierschutzes.

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